Wing Tsun im Vergleich zu anderen Kampfsportarten/-künsten

By jabeba

Man kann permanent in Foren Vergleiche zwischen verschiedenen Kampfsportarten und -künsten lesen. Dabei wird manchmal schon von vorneherein außer acht gelassen, dass Kampfsport etwas anderes ist als Kampfkunst. Ein Sport hat Regeln, die aufgestellt wurden, damit Menschen im sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten können, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Kampfsportarten können also zwei grundsätzliche Aspekte aufweisen: den sportlichen und den Aspekt der Selbstverteidigung. Eine Kampfkunst wie etwa Wing Tsun kennt keine Trennung zwischen Sport und dem Einsatz in der Realität. Es ist ausschließlich darauf ausgerichtet, effektiv und effizient zu sein als Kunst der Selbstverteidigung. Das ist das ausschließlich mögliche Vergleichskriterium, nämlich die Effektivität als Selbstverteidigung.

Was macht als eine gute Selbstverteidigungskunst aus? Ich würde die folgenden Punkte nennen:

  • leichte Erlernbarkeit
  • geringe Anforderungen an die Athletik und körperliche Verfassung
  • Einsetzbarkeit unabhängig des Stiles des Aggressors
  • Effizienz
  • Effektivität

Bezüglich der leichten Erlernbarkeit muss man bei Wing Tsun differenzieren. Die Fähigkeit zur Selbstverteidigung erreicht man recht schnell (schon nach wenigen Monaten), doch wahres Verständnis kommt erst mit der Zeit. Das ist bei Wing Tsun nicht anders als bei anderen Kampfkünsten.

Im Wing Tsun gibt es keine akrobatischen oder besonders athletischen Bewegungen. Tritte überhalb der Gürtellinie gibt es nicht, alle Bewegungen sind natürlich und stellen keine besonderen Anforderungen an den Ausführenden. Daher können sich auch kleinere, schwächere Personen effektiv mit Wing Tsun verteidigen, da nicht gegen die Kraft des Gegners gearbeitet wird, sondern mit ihr.

Wing Tsun ist offensiv. Dem Wing Tsun-Kämpfer  ist es egal, welchen Stil der Angreifer hat.  Der Wing Tsun-Kämpfer greift direkt an und wartet nicht auf Aktionen des Angreifers. Er versucht, schnellstmöglich die Deckung des Gegners zu durchbrechen und im Nahkampf den Kampf zu entscheiden.

Wing Tsun verfügt nur über sehr wenige Bewegungen. Es gilt immer das Prinzip der Mitte. Der Wing Tsun-Kämpfer steht immer frontal und aufrecht zum Gegner. Er wendet seinen Blick nie vom Gegner ab. Wing Tsun wählt den kürzesten Weg, und das ist der direkte über die Mitte. Sollte der Gegner den Bereich der Mitte verlassen, nutzt der Wing Tsun-Kämpfer dies aus und kommt zum Ziel.

Ich denke, diese Erläuterungen haben schon gezeigt, dass sich Wing Tsun schon deutlich von anderen Kampfkünsten unterscheidet und ein realistisches, effektives System zur Selbstverteidung ist.

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